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Heizlastberechnung Wärmepumpe

Heizlastberechnung und Wärmepumpen-Planung — bevor Sie kaufen

Die Frage „Lohnt sich eine Wärmepumpe in meinem Haus?“ lässt sich nicht am Telefon beantworten und schon gar nicht anhand des Baujahrs. Sie lässt sich rechnen. Genau das tun wir: Wir ermitteln die raumweise Heizlast Ihres Gebäudes, prüfen, mit welcher Vorlauftemperatur Ihre vorhandenen Heizflächen die Räume warm bekommen, und sagen Ihnen dann, ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich läuft — und wenn ja, mit welcher Leistung und unter welchen Voraussetzungen.

Wir verkaufen keine Wärmepumpen. Wir haben deshalb kein Interesse daran, dass die Antwort „ja“ lautet.

Unabhängigdena-gelistetBAFA-/KfW-zugelassenWohn- & Nichtwohngebäude
Luft-Wasser-Wärmepumpe an einem Wohnhaus

Warum die Heizlastberechnung über alles entscheidet

Eine Wärmepumpe ist keine Gasheizung. Bei einem Gaskessel ist eine zu große Leistung ärgerlich, aber selten dramatisch. Bei einer Wärmepumpe ist sie teuer — dauerhaft.

Ist die Anlage zu groß, taktet sie: Sie schaltet ständig ein und aus, statt durchzulaufen. Das kostet Effizienz, verschleißt den Verdichter und treibt die Stromrechnung. Ist sie zu klein, springt der Heizstab ein, und Sie heizen im Winter mit Direktstrom — der teuersten Wärme überhaupt.

Die Praxis: Sehr viele Anlagen werden nach Faustformel ausgelegt, meist über Wohnfläche mal Kennwert oder über den bisherigen Gasverbrauch. Beides führt regelmäßig zu Überdimensionierung, weil der alte Kessel selbst schon zu groß war und man dessen Fehler fortschreibt.

Wir rechnen stattdessen raumweise nach DIN/TS 12831-1. Das heißt: Jeder Raum wird einzeln betrachtet — Außenwandflächen, Fenster, Dach- und Bodenanschlüsse, Wärmebrücken, Lüftungswärmeverluste, Innentemperaturen. Am Ende steht nicht eine Zahl für das Haus, sondern eine Zahl für jeden Raum. Und erst daraus ergibt sich die richtige Anlagengröße.

Für die eigentliche Wärmepumpen-Planung nutzen wir zusätzlich die VDI 4645 — die Richtlinie, die Planung, Auslegung und Ausführung von Wärmepumpenanlagen in Gebäuden bis 100 kW regelt.

Die entscheidende Größe heißt Vorlauftemperatur

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, die sie erzeugen muss. Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur bringt spürbar bessere Jahresarbeitszahlen.

Deshalb prüfen wir für jeden Raum: Reicht die vorhandene Heizfläche aus, um den Raum bei einer Vorlauftemperatur von beispielsweise 50 °C oder 45 °C warm zu bekommen? Häufig lautet die Antwort: in fast allen Räumen ja, in zwei oder drei nein. Und dann ist die Lösung nicht „keine Wärmepumpe“, sondern „drei größere Heizkörper“ — eine Investition im niedrigen vierstelligen Bereich, die die Anlage über zwanzig Jahre effizient hält.

Diese Detailinformation bekommen Sie nur aus einer raumweisen Berechnung. Eine Gesamtheizlast verrät Ihnen nicht, welcher Raum das Problem ist.

Ein zweiter, oft übersehener Faktor ist die Jahresarbeitszahl — das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Sie hängt nicht nur von der Vorlauftemperatur ab, sondern auch von der Regelstrategie, der Dimensionierung des Pufferspeichers und davon, wie oft die Anlage in ihrem effizienten Teillastbereich läuft statt am oberen Leistungslimit. Zwei baugleiche Wärmepumpen in zwei ähnlichen Häusern können deshalb spürbar unterschiedlich wirtschaftlich laufen — allein wegen der Einregulierung nach dem Einbau.

Zum Altbau, ehrlich gesagt: Die Behauptung „Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht“ ist in dieser Pauschalität falsch. Sehr viele unsanierte Gebäude aus den 1960er- bis 1980er-Jahren lassen sich mit moderaten Anpassungen an den Heizflächen auf Wärmepumpen-Niveau bringen. Aber es gibt auch Fälle, in denen es ohne vorherige Dämmung der Gebäudehülle nicht sinnvoll ist. Welcher Fall bei Ihnen vorliegt, ergibt die Rechnung — nicht die Meinung.

Was wir für Sie prüfen

  • Raumweise Heizlast nach DIN/TS 12831-1 für das gesamte Gebäude
  • Heizflächenprüfung: Leistung jedes vorhandenen Heizkörpers bei verschiedenen Vorlauftemperaturen
  • Erforderliche Anpassungen: welche Heizflächen getauscht oder ergänzt werden müssen
  • Wärmequelle: Luft, Erdreich oder Grundwasser — mit realistischer Einschätzung von Aufwand, Genehmigungslage und Kosten
  • Auslegung von Wärmepumpe, Pufferspeicher und Warmwasserbereitung
  • Schallschutz bei Luft-Wasser-Wärmepumpen: Aufstellort, Abstand zur Nachbargrenze, Immissionsrichtwerte — der häufigste Nachbarschaftskonflikt überhaupt
  • Stromseite: Netzanschluss, Zählerkonzept, mögliche Kombination mit Photovoltaik
  • Wirtschaftlichkeit: Investition, Förderung, Betriebskosten im Vergleich zur Bestandsanlage
  • Förderfähigkeit und die erforderlichen Nachweise

Förderung für den Heizungstausch

Der Heizungstausch wird seit 2024 nicht mehr über das BAFA, sondern über die KfW gefördert — mit einer Grundförderung und mehreren möglichen Zusatzboni, etwa für Einkommen, Familien und einen frühzeitigen Austausch. Die Konditionen wurden zuletzt angepasst und sind an Ihre persönliche Situation geknüpft: Einkommen, Eigennutzung, Zeitpunkt des Austauschs.

Welche Fördersumme in Ihrem konkreten Fall realistisch ist, rechnen wir im Erstgespräch für Sie durch — verbindlich sind ohnehin nur die zum Zeitpunkt Ihres Antrags jeweils gültigen Richtlinien der KfW.

Wichtig: Der iSFP-Bonus gilt für den Heizungstausch nicht — er betrifft Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik über das BAFA.

Welche Wärmequelle passt zu Ihrem Grundstück?

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am verbreitetsten, weil sie ohne Erdarbeiten oder Bohrung auskommen — dafür schwankt ihre Effizienz mit der Außentemperatur am stärksten. Erdwärmepumpen mit Sonde oder Flächenkollektor laufen konstanter und meist effizienter, brauchen aber eine wasserrechtliche Erlaubnis und ausreichend Grundstücksfläche oder Bohrtiefe. Grundwasserwärmepumpen erreichen die höchste Effizienz, setzen aber eine ergiebige und genehmigungsfähige Wasserführung voraus — das ist nicht überall gegeben und muss vorab durch eine Bohrfirma oder einen Brunnenbauer geprüft werden.

Welche Quelle bei Ihnen infrage kommt, hängt von Grundstücksgröße, Bodenverhältnissen, Nachbarbebauung und dem zuständigen Wasserwirtschaftsamt ab. Wir ordnen das für Sie ein und sagen Ihnen, welcher Aufwand realistisch zu erwarten ist — bevor Sie sich auf eine Bauform festlegen.

Der GModG-Wechsel und was er für Ihre Entscheidung bedeutet

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des bisherigen GEG. Die Pflicht, dass neue Heizungen mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen müssen, ist entfallen. Sie dürfen also wieder frei wählen — auch eine neue Gas- oder Ölheizung.

Das verändert die Rechtslage, nicht die Wirtschaftlichkeit. Für Gas und Öl sind ab 2029 stufenweise steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe vorgesehen, ab 2028 soll eine Grüngasquote greifen, und bis 2045 sollen Heizbrennstoffe klimaneutral sein. Was das für den Brennstoffpreis in 15 oder 20 Jahren bedeutet, weiß heute niemand sicher — und genau diese Unsicherheit gehört in eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Wir rechnen Ihnen Szenarien, statt Ihnen eine Zukunft zu versprechen.

Für Vermieter zusätzlich relevant: Beim Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung sieht das Gesetz eine hälftige Beteiligung an bestimmten Kosten vor. Das kann die Rechnung deutlich verschieben.

Häufige Fragen

Brauche ich die Heizlastberechnung wirklich, wenn der Heizungsbauer schon ein Angebot gemacht hat?

Bitten Sie ihn um die raumweise Berechnung, auf der sein Angebot beruht. Liegt sie vor: gut. Liegt sie nicht vor, beruht die Auslegung auf einer Schätzung — und Sie zahlen die Folgen zwanzig Jahre lang.

Was kostet eine Heizlastberechnung?

Das hängt von Gebäudegröße und Raumanzahl ab. Wir nennen Ihnen den Preis vorab verbindlich. Im Rahmen einer geförderten Fachplanung ist ein Teil bezuschussbar.

Wie lange dauert das?

Nach der Vor-Ort-Aufnahme üblicherweise ein bis zwei Wochen.

Funktioniert eine Wärmepumpe mit Heizkörpern?

Ja, in vielen Fällen — entscheidend ist nicht die Art der Heizfläche, sondern deren Größe im Verhältnis zur Raumheizlast. Fußbodenheizung ist günstiger, aber keine Voraussetzung.

Brauche ich zusätzlich einen hydraulischen Abgleich?

Ja. Ohne ihn verteilt die Anlage die Wärme ungleichmäßig, und die Vorlauftemperatur muss unnötig hoch bleiben. Hydraulischer Abgleich →

Prüfen Sie auch Hybridlösungen oder den Verbleib bei Gas?

Ja. Ergebnisoffen. Wenn eine Wärmepumpe bei Ihnen keinen Sinn ergibt, sagen wir Ihnen das.

Erst rechnen, dann kaufen.

Lassen Sie prüfen, ob und wie eine Wärmepumpe in Ihrem Gebäude funktioniert — bevor Sie eine Anlage bestellen.

Vielen Dank — Ihre Anfrage ist unterwegs.

Wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags. Dringend? Rufen Sie gern direkt an: 0151 1784 7744.

Antwort in der Regel innerhalb eines Werktags

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